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Eckpunkte für die Errichtung
eines Medieninnovationsfonds
für dokumentarische Produktionen
⇨ Vollfinanzierung dokumentarischer Inhalte
⇨ Unabhängig und gemeinwohlorientiert
⇨ CC-Lizensierung für umfassende und dauerhafte digitale Nutzung
⇨ Stärkung des Dokumentarfilms im Kino
⇨ Neue Produktions- und Auswertungsmöglichkeiten für Wissensmedien
⇨ Finanzierung mit 2% des Rundfunkbeitrages, ohne dass dieser erhöht werden muss
⇨ Faire Vertragsbedingungen und angemessene Vergütung für Medienschaffende

Was ist Docs for Democracy?

  • Docs for Democracy steht für eine Trendwende. Öffentlich geförderte Medien werden zu nachhaltigen gemeinwohlorientierten Inhalten, so wie sie auch die UN-Nachhaltigkeitsagenda 2030 fordert – das bildet Chancen für Gemeinwohl und Kulturwirtschaft zugleich.

    Downloade hier einen Flyer mit den wichtigsten Zielen von Docs for Democracy 

  • Docs for Democracy kostet kein zusätzliches Geld und kann schnell eingerichtet werden, ohne gleich das gesamte ö/r System umbauen zu müssen.

    Die Idee ist, mit mindestens 2 Prozent des bestehenden Beitragsaufkommens einen Medieninnovationsfonds für die Produktion dokumentarischer Bewegtbild-Inhalte zu ermöglichen. Diese Medien bleiben über CC-Lizenzen dauerhaft verfügbar und können damit unkompliziert und langfristig auch in Schule, Wissenschaft und Unterricht eingesetzt werden. Die langfristige Verfügbarkeit ist ein wesentlicher Gemeinwohlaspekt und bildet eine wichtige Voraussetzung für eine verlässliche, gemeinsame Informationsbasis im digitalen Zeitalter. Damit soll der öffentlich-rechtliche Grundgedanke – Medien als meritorisches Gut – wiederbelebt und Informationsungleichgewichte in unserer Gesellschaft kleiner werden. So wollen wir unsere Demokratie stärken, deren Rationalität derzeit in Gefahr gerät.

  • Das neuartige Produktions- und Auswertungsmodell von „Docs for Democracy“ soll das bisherige Verwertungsmodell nicht ablösen, sondern erweitern. Produzenten, die auch künftig mit dem konventionellen Lizenzmodell arbeiten wollen, werden dies innerhalb des weiterbestehenden redakteursgesteuerten Beauftragungsmodells uneingeschränkt weiter tun können. „Docs for Democracy“ soll das bestehende öffentlich-rechtliche Beauftragungs- und Lizenzsystem vielmehr wirkungsvoll ergänzen.

  • Wir sind Dokumentaristen. Wir sind davon überzeugt, dass das dokumentarische Genre – kreative Dokumentarfilme, Dokumentationen, Reportagen, Portraits, Bildungsmedien oder Netzdokus  – für den öffentlich-rechtlichen Gedanken besonders wichtig, gleichzeitig mit einem Anteil von lediglich etwa 1,5% an den kumulierten Gesamteinnahmen der Anstalten dramatisch unterfinanziert ist. Darüber hinaus sind außerdem mehr thematische, künstlerische und formale Freiheiten notwendig. Das alles im Sinne einer raschen und effektiven Wiederbelebung des ö/r Gedankens.

    Als Dokumentaristen können und wollen nicht für andere Genres sprechen. Viele Elemente unserer Idee eines Medieninnovationsfonds, etwa jene zu den verfassungs- oder verwaltungsrechtlichen Fragen, sind allerdings auf andere Genres problemlos übertragbar. Wir freuen uns über Austausch und Kooperationsvorschläge!

Mehrwert für den Beitragszahler

  • Schon Joseph Pulitzers erstes Editorial in der New York World im Jahre 1883 ist ein Manifest für die Unabhängigkeit der Medien: Journalisten müssen sich ihre Unabhängigkeit bewahren und sind dem Allgemeinwohl verpflichtet.

    Qualitätsmedien leisten einen entscheidenden Beitrag zum Gemeinwohl
    Gehaltvolle Medien leisten einen Beitrag zu Wissenserwerb, sozialer Teilhabe, Unterhaltung und können zu einem positiven Selbstwertgefühl beitragen. Der „Gemeinwohl Deutschland Atlas“ gibt einen Überblick über die Aspekte des Gemeinwohls und spricht sich dafür aus, dass Qualität in journalistischen und medialen Angeboten das wesentliche Kriterium der Gemeinwohlwahrnehmung bestimmt.

    Eine hohe Quote trägt nicht zum Gemeinwohl bei
    Die Reichweite – also die Quote – hat hingegen keine inhaltliche Bedeutung für einen bedürfnisorientierten Beitrag zum Gemeinwohl.
    Analog dazu hat zwar längst noch nicht jede Bewohner*in innerhalb unseres Staates die Feuerwehr in Anspruch nehmen müssen. Dennoch rangiert die Feuerwehr im „Gemeinwohl Deutschland Atlas“ auf Platz 1. Schon das bloße Vorhandensein einer als glaubwürdig, unbestechlich und unbedingt zuverlässig eingestuften Organisation hat für das Funktionieren der Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert.

    Was bedeutet das für das neue Produktions- und Auswertungsmodell „Docs for Democracy“?
    Medien leisten dann einen Beitrag zum Gemeinwohl, wenn sie in den folgenden vier Bereichen punkten können:

    o    Glaubwürdige, begründete Wissensvermittlung

    o    Schaffen eines positiven Selbstbildes und Hilfe bei geistiger Orientierung

    o    Ermöglichung sozialer Teilhabe

    o    Qualitätsvolle Unterhaltung

    Diese Aspekte sind für die Förderlogik von „Docs for Democracy“ zentral.

  • Gefördert werden Themen und dokumentarische Formate, die einen signifikanten Beitrag zum Gemeinwohl leisten können.

    „Docs for Democracy“ soll diejenigen dokumentarischen Beiträge ermöglichen, die es im derzeitigen Medienangebot kaum gibt, obwohl sie als Bestandteil demokratischer Räume unerlässlich sind. Sie sollen unabhängig von ökonomischen, politischen oder quotenorientierten Interessen entstehen. Gefördert werden ausschließlich zeitlich begrenzte Projekte, keine Institutionen. Die Förderung von Langzeitbeobachtungen, Mehrteilern oder Reihen über einen längeren Zeitraum ist möglich.

    Formal reicht das Förderspektrum vom langen, unformatierten Dokumentarfilm über kürzere sowie serielle Formate bis hin zu webbasierten Netzdokus und Mischformen. Ein wesentlicher formaler Aspekt des Public Value ist die langfristige legale Verfügbarkeit dieser Medien. Dazu sind CC-Lizensierungen das geeignete Instrument.

    Die zu fördernden Medien sollen sich durch folgende dokumentarische Qualitäten auszeichnen:

    o    Ins Offene beobachtend, subjektiv betrachtend, auch ohne vermeintlich objektiven journalistischen Gestus

    o    Nah an den Protagonisten – Verstehend, neugierig, unvoreingenommen, unabhängig, gründlich und genau

    o    Investigative Formen zur differenzierten Aufdeckung gesellschaftlicher Missstände

    o    Langzeitbeobachtungen gesellschaftlicher Prozesse, sozialer Phänomene, politischer Entscheidungsfindungen etc.

    o    Offene Formen mit künstlerischen, subjektiven oder essayistischen Zugängen

    o    Historische Rückblicke, auch mit Archivmaterial, die zur Einordnung der Gegenwart beitragen können

    o    Bildungs- und Wissensmedien

    Förderung von Gemeinwohlaspekten: 

    o  Verständnis unserer kulturellen und natürlichen Umwelt, um Zusammenhänge erkennen zu können (Aspekte der Wissensaneignung)

    o  Arbeit an einem positiven Selbstbild, Selbstwertgefühl und Orientierung (Anspruch an das Selbst)

    o  Stärkung positiver zwischenmenschlicher Bindungen (soziale Teilhabe)

    Folgende dokumentarischen Formate werden nicht gefördert:

    Nachrichtenjournalismus, aktuelle Berichterstattung, Magazinformate, rein unterhaltende Doku-Formate (z.B. Zoo-Dokus, Reisefilme, Abenteuer-Reportagen), Naturwissenschaft rein als „Knalleffekt“ (z.B. „Galileo“), formal standardisierte Human Interest-Themen (z.B. „37°“, „Menschen hautnah“), Tier- und Naturfilme

  • Alle im Rahmen von „Docs for Democracy“ entstehenden Produktionen sollen im deutschsprachigen Raum über Creative Commons-Lizenzen für die Bürger*innen, aber auch für den Einsatz in Bildung, Wissenschaft, Museen etc., zeitlich unbeschränkt frei verfügbar sein. Sie können dadurch ein Maximum an Public Value für die Gesellschaft garantieren:  Öffentliches Geld wird zu öffentlichem Gut.

    Creative Commons-Lizenzen sind ein Verfahren, das in anderen gesellschaftlichen Sphären bereits Standard ist. Überall dort, wo Inhalte mit öffentlichen Geldern finanziert werden, etwa im Wissenschafts- oder im Museumsbereich, kann der Urheber mit den unterschiedlichen CC-Lizenzmodellen genau bestimmen, wie sein Werk veröffentlicht wird. Der Vorteil bei diesem global etablierten System besteht in der Rechtssicherheit für alle Beteiligten.

    Es gibt derzeit sechs verschiedene CC-Lizenzen. Alle sechs Lizenzmodelle können im Rahmen von DfD zur Anwendung kommen. Insbesondere beim kreativen Dokumentarfilm entscheidet der Produzent/ Regisseur über die Lizenzform:

    CC BY NC ND diese Lizenz erlaubt Dritten die Weiterverbreitung des Werkes mit der Einschränkung „nur nicht kommerziell“ solange dies ohne Veränderungen und vollständig geschieht und der Urheber genannt wird. Diese Lizenz schützt das Filmwerk deutlich weitergehender als die klassische TV-Auftragsproduktion bei sich ein Auftraggeber/ Sender nicht nur die Nutzung  von Klammerteilen und Ausschnitten sichert, sondern diese – und auch den ganzen Film – kommerziell weiterverwerten kann.

    CC BY ND Diese Lizenz erlaubt Dritten die Weiterverbreitung des Werkes, kommerziell wie nicht-kommerziell, solange dies ohne Veränderungen und vollständig geschieht und der Urheber genannt wird.

    CC BY NC SA Diese Lizenz erlaubt es Dritten, ein Werk nichtkommerziell zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen solange der Urheber des Originals genannt wird und die auf seinem Werk basierenden neuen Werke unter denselben Bedingungen veröffentlicht werden.

    CC BY NC  Diese Lizenz erlaubt Dritten, ein Werk zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen – solange der Urheber des Originals genannt wird.

    CC BY Diese Lizenz erlaubt Dritten, ein Werk zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen, auch kommerziell, solange der Urheber des Originals genannt wird.

    CC BY SA Dies ist die freieste Lizenz alles CC-Lizenzen. Sie erlaubt es Dritten, ein Werk zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen, auch kommerziell, solange der Urheber des Originals genannt wird und die auf seinem Werk basierenden neuen Werke unter denselben Bedingungen veröffentlicht werden.

    Der CC Baukasten wird seit seiner Einführung vor 20 Jahren beständig erweitert bzw. reformiert. DfD sagt dazu, dass Adaptionen geprüft werden müssen, falls sich die bestehenden Lizenzen als zu ungenau erweisen. 

  • Nicht zuletzt die Covid-19-Pandemie hat deutlich gezeigt, was heute dringend geboten ist: eine einfache und vor allem dauerhafte digitale Auffindbarkeit sowie der rasche und legale Einsatz von öffentlich-rechtlichen Qualitätsmedien in Schule, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Das zu ermöglichen, ist ein Beitrag für das Gemeinwohl und entspricht den Erwartungen von Millionen von Bürger*innen an ein zeitgemäßes öffentlich-rechtliches Mediensystem. Die Ausgaben für den Bildungsbereich könnten z.B. leicht um den Faktor 20 gesteigert werden.

    Mit „Docs for Democracy“ werden hierfür erheblich mehr Mittel frei. Im Wege der Direktbeauftragung können Medienmacher*innen dann, gemeinsam mit Bildungsträgern, den Bedarf ermitteln und schnell und gezielt Bildungsprogramme erstellen, die über CC-Lizenzen verlässlich öffentlich verfügbar bleiben. Auch der Transfer von wissenschaftlichen Fragestellungen und Wissensbereichen, derzeit kommt er im Programm so gut wie gar nicht vor, wird durch „Docs for Democracy“ erheblich gestärkt.

  • Die urheberrechtlich klar geregelte und dauerhafte Auffindbarkeit von Medien garantiert eine möglichst hohe Reichweite sowie den langfristig planbaren Einsatz. Ziel ist es, die mit Hilfe von „Docs for Democracy“ produzierten Inhalte auf einer kuratierten Plattform verfügbar zu machen. Wo immer sinnvoll, sollen Hintergrundinformationen zu den erschienenen Medien vorgehalten werden (analog z.B. zu https://docfilm42.de/). Zusätzlich ist eine möglichst hohe Sichtbarkeit auf allen frei verfügbaren Plattformen anzustreben. Langfristiges Ziel ist es, über eine globale Metadatensuchmaschine alle weltweit verfügbaren CC-lizensierten Medien über eine zentrale Suchnfrage abrufen zu können. Das ist heute über CC-Search bereits im Ansatz möglich. Die maschinenlesbare Kennzeichnung der CC Lizenzen ermöglicht es aber auch anderen Suchmaschinen und Aggregatoren, frei lizenzierte Inhalte zu finden.

  • Bestimmte Bevölkerungsgruppen sind als Akteur*innen in den Medien deutlich unterrepräsentiert wie etwa Pro Quote oder die Neuen Deutschen Medienmacher mit Recht betonen und wie auch eine aktuelle Studie über das ö/r Volontärswesen bestätigt.

    Nicht nur die sich selbst reproduzierenden Strukturen in den öffentlich-rechtlichen Anstalten tragen dazu bei. Darüber hinaus hat sich die Produktion von dokumentarischen Bewegtbildmedien schleichend zu einem prekären, finanziell hochrisikroreichen Beruf verändert, den man sich leisten können muss.

    Einen differenzierten, gründlichen und ausgewogenen dokumentarischen Blick auf die Welt kann es aber nur geben, wenn die Vielfalt der Gesellschaft sich auch bei denjenigen wiederfindet, die diese Gesellschaft abbilden. Damit das bei Docs for Democracy gelingen kann, muss sich Diversität sowohl in den Förderkriterien, als auch in den Auswahlverfahren widerspiegeln. Medienschaffende brauchen Zugang zu vollfinanzierten Produktionsmodellen.

Organisationsform und Finanzierung

  • Produktionsetats für Docs for Democracy sollen direkt an Produzent*innen vergeben werden. Dies ist laut einem Gutachten des Berliner Verfassungsrechtlers Prof. Dr. Martin Eifert aus dem Jahr 2014 rechtlich grundsätzlich möglich. Auf dieser Rechtsgrundlage (§ 112 Medienstaatsvertrag) gibt es heute bereits in einzelnen Ländern gesetzliche Regelungen für eine Förderung unabhängiger Produzenten aus Rundfunkbeitragsmitteln. Gefördert wird mit diesem Instrument insbesondere Qualitätsjournalismus auf regionaler und lokaler Ebene. Die Direktbeauftragung unabhängiger Produzent*innen erfolgt in diesem Falle über die Landesmedienanstalten.

    Die Idee dieses Direktbeauftragunsmodelles zieht längst weitere Kreise: Auch Akteure wie der Wirtschaftswissenschaftler Justus Haucap,der Kommunikationswissenschaftler Lutz Hachmeister oder der Hamburger Kultursenator Carsten Brosda plädieren aus verschiedener Perspektive prinzipiell für die Direktbeauftragung in Form eines Medieninnovationsfonds. Selbst die Bundesregierung fordert im „Medien- und Kommunikationsbericht 2018“ die Finanzierung unabhängiger privater Medienproduktionen in Form eines Medieninnovationsfonds:

    „Der öffentlich-rechtliche Funktionsauftrag (v.a. zur Gewährleistung von Meinungsvielfalt, Qualitätsjournalismus, verlässliche/ unabhängige Informationen, Regionalität) muss schließlich nicht zwingend allein durch herkömmliche Rundfunk-Angebote und nicht zwingend von den Rundfunkanstalten selbst eingelöst werden: Als weiteres Element einer konvergenten Medienordnung könnte man bspw. einen Medieninnovationsfonds schaffen, durch den ein Teil des Rundfunkbeitrages auch für die Finanzierung unabhängiger privater Medienproduktionen eingesetzt wird. So könnte es auch Anbietern und Produzenten journalistisch-redaktioneller Inhalte außerhalb des jetzigen öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems ermöglicht werden, an der öffentlich-rechtlichen Finanzierung von Public-Value-Inhalten teilzuhaben und sonst nicht finanzierbare kreative oder investigative Beiträge zur Meinungsbildung bereitzustellen.“

    Die Arbeitsgruppe Docs for Democracy hat 2021 beim Leipziger Medienrechtlers Prof. Dr. Hubertus Gersdorf eigens ein Folgegutachten in Auftrag gegeben, das die notwendigen Schritte für ein solches Modell konkretisiert. Demzufolge liesse sich die Beteiligung von Produzent*innen am Beitragsaufkommen ohne nennenswerten regulatorischen Aufwand durch Ergänzungen des § 10 RFinStV und des § 112 Abs. 1 Satz 1 MStV realisieren. Prof. Gersdorf führt seine Überlegungen in diesem Beitrag auf medienpolitik.net noch weiter aus.

    Danach wäre eine bundesweit agierender Medieninnovationsfonds als Vergabe- und Prüfstelle in Form einer eigenständigen Medienstiftung – oder alternativ eine Verwaltung der Mittel über die bundesweit agierende Dachorganisation der Landesmedienanstalten “die medienanstalten” – ohne gravierende Änderungen bestehenden Rechtes im Zuge der ohnehin anstehenden Änderungen der Rundfunkstaatsverträge machbar.

  • Die Finanzierung des Medieninnovationsfonds „Docs for Democracy“ kann auf der Rechtsgrundlage des Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrages erfolgen. Analog zur Finanzierung der Landesmedienanstalten soll der Fonds jährlich einen Betrag von mindestens 2 Prozent des Rundfunkbeitrages (ca. 160 Millionen EUR) erhalten. Dazu ist eine Änderung des Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrages notwendig.

  • Medienstiftung
    Der Medieninnovationsfonds kann als Stiftung organisiert werden was den Vorteil mit sich bringt, daß das Stiftungsvermögen durch Zuwendungen von Dritten erhöht werden. Denkbar sind z.B. Zuführungen aus Erträgen einer künftigen Digitalsteuer (z.B. Facebook oder Google). Die Aufstellung und der Vollzug des Gesamtwirtschaftsplanes sowie die Finanzaufsicht erfolgt in Anlehnung an das Haushaltsrecht desjenigen Bundeslandes, in dem die Stiftung ihren Sitz hat.

    Stiftungszweck
    Zweck der Stiftung besteht darin, einen Beitrag zu demokratischer Daseinsvorsorge zu leisten. Demokratievermittlung und Förderung von Verständigungskultur wird erreicht durch gemeinwohlorientierter Medienproduktion und -auswertung. 

    Gremien
    Die Verwaltungskosten der Stiftung sollen auf das notwendige Minimum beschränkt bleiben.  Als Vorbild kann die Bundeskulturstiftung gelkten, deren Verwaltungskosten im Mittel 8,5% betragen. Die Arbeit der Stiftung wird auf vier Gremien verteilt:

    Stiftungsrat
    Der Stiftungsrat ist das höchste Gremium der Stiftung. Er wird zum Teil nach Diversitätskriterien besetzt, sowie aus Bürger*innenräten. Die Vertreter*innen wechseln im regelmäßigen Turnus. Der Stiftungsrat greift gesellschaftliche Diskurse auf. Er kann Thinktanks aus den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen ins Leben rufen, um Medienbedarfe zu ermitteln. Er legt die inhaltlichen Leitlinien der Stiftungsarbeit fest, ernennt den Vorstand und kann Schwerpunkte einzelner Förderprogramme  benennen. Auf Vorschlag des Vorstands benennt der Stiftungsrat die Jurys, die über die Anträge in der Projektförderung entscheiden.

    Stiftungsbeirat
    Ein ehrenamtlicher Stiftungsbeirat, in dem sich Vertreter*innen von branchennahen Medien- und Kulturverbänden befinden, steht dem Beirat beratend zur Seite und verhandelt die “Terms of Trade”.

    Vorstand
    Der hauptamtliche Vorstand kann, auf Grundlage der Satzung und in Rücksprache mit dem Stiftungsrat, Förderschwerpunkte definieren und Ausschreibungen für bestimmte Programmschwerpunkte veröffentlichen. Er wird unterstützt durch hauptamtliche Mitarbeiter*innen in den Bereichen Justiziariat, Projektprüfung, Verwaltung und Kommunikation.

    Divers besetzte Jurys
    Die Hälfte der Projektanträge werden von divers besetzten Jurys beraten, die im Turnus ausgewechselt werden. Die Mitglieder der Jurys rekrutieren sich aus allen Teilen der Gesellschaft und erhalten für ihre Tätigkeit eine angemessene Aufwandsentschädigung. Das Modell orientiert sich an den Grimme Jurys, allerdings wird das Konzept erweitert, um eine größere Bandbreite an gesellschaftlichen Interessensgruppen abbilden zu können. Für Bildungs-, Kinder-  und Jugendprogramme sollen beratende Jurys aus Kindern und Jugendlichen gegründet, die medienpädagogisch betreut und begleitet werden.

    Alternative: die medienanstalten
    Im Falle einer Abwicklung durch ”die medienanstalten” sollen Strukturen geschaffen, die dem oben skizzierten Stiftungsmodell in etwa entsprechen

  • Die Selbstverwaltung der Mittel durch die Medienstiftung „Docs for Democracy“ ist zentraler und unverzichtbarer Bestandteil des Reformvorschlages. Das Produktions- und Verwertungsmodell von „Docs for Democracy“ basiert auf dem Prinzip des „Total Buy Out“ aller Rechte durch Vollfinanzierung. Hierfür muss ein Konsens über eine angemessene Vergütung zwischen den Branchenteilnehmer*innen hergestellt werden.

Projektabwicklung

  • Über die Projektfinanzierung wird auf der Grundlage eines neuartigen Systems entschieden: Grundsatzprüfung, Jurybewertung und Zufallsprinzip

    Das Förderverfahren umfasst drei Schritte.

    1. Grundsatzprüfung:
    Projekte können fortlaufend eingereicht werden und werden zeitnah entschieden. Alle zur Förderung eingegangenen Projekte werden auf die Zielsetzungen der Gemeinwohlorientierung, sowie auf die Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz überprüft. Von der Förderung ausgeschlossen sind Vorhaben, die verfassungsfeindliche Inhalte enthalten.

    2. Jury-Entscheid für ca. 50% Prozent der Förderanträge
    Anschließend werden alle eingereichten Projekte von einer Jury auf formale und inhaltliche Güte überprüft. Dabei stehen im Fokus:

    • Inhaltliche Güte des Projektvorschlages, sowie gesellschaftliche Relevanz
    • Beitrag zu Gemeinwohlaspekten
    • Berücksichtigung von Diversität in Inhalt, Form und Personen vor und hinter der Kamera
    • Produktionelles Know-How und Kalkulationsrealismus

    Von den zur Förderung geeigneten Projekten werden 50% direkt von der Jury entschieden. Die übrigen Projekte werden im Losverfahren vergeben.

    3. Losverfahren für 50 % der Förderanträge
    Die Los-Komponente soll das Förderverfahren dauerhaft offenhalten. Dass solche Auswahlprinzipien funktionieren und zu mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit beitragen können, zeigen verschiedene wissenschaftliche Studien (z.B. Bischler & Soetbeer 2017, Osterloh 2020). Demnach verhindern sie Korruption, Vetternwirtschaft und Matthäus-Effekte (“Wer hat, dem wird erst recht gegeben”). Sie ermöglichen eine präzise Repräsentativität der zugrunde liegenden Gesamtheit. Auch vom Mainstream abweichende Ideen erhalten eine Chance und es gibt keine Prinzipal-Agenten-Konflikte zwischen entscheidenden Redakteur*innen und Medienmacher*innen mehr. Angewandt werden solche Zufallsverfahren bereits heute von namhaften Organisationen wie der Volkswagenstiftung, 

    Werkprüfung, Qualitätskontrolle und Programmuntersuchung
    Eine abschließende Werkprüfung besteht aus Faktenchecks sowie der Vereinbarkeit der Produktionen mit Grundgesetz und Qualitätsleitlinien. Ist beides gegeben, erfolgt kein Eingriff in Inhalte oder künstlerische Machart. Eine kontinuierlich begleitende qualitative Programmuntersuchung durch den Stiftungsvorstand führt zu mittel- und langfristigen Evaluierungen der Förderlogik.

  • Die grundlegende Förderlogik von „Docs von Democracy“ besteht in der Transmission von am Gemeinwohl orientierten Ideen, Themen und Perspektiven als Teil demokratischer Daseinsvorsorge. Bedingung für die Gewährung einer Förderung ist die CC-Lizenzierung aller entstehenden Werke, um dauerhafte und umfassende Wirkungsmöglichkeiten dieser Medien zu schaffen. Die Förderung erfolgt als Projektfinanzierung zu 100 Prozent. Kalkulationen müssen den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit entsprechen und haben sich an den bestehenden Tarifverträgen bzw. GVR Vereinbarungen und Terms of Trade Regeln zu orientieren. Branchenübliche Kostennachweise bzw. von einem Steuerberater geprüfte Abrechnungen sind nach Projektende zu erbringen. Die Finanzierung beträgt 100% der anerkennbaren Kosten, eine Eigenbeteiligung entfällt.

    A: Recherche- und Treatment-Förderung
    Gefördert werden Recherchen und Stoffentwicklungen.

    B: Produktionsförderung
    Gefördert wird die Produktion gemeinwohlorientierter dokumentarischer Bewegtbild-Inhalte.

    C: Postproduktionsförderung für bereits begonnene Projekte
    Für bereits begonnene Projekte kann Postproduktionsförderung beantragt werden. Voraussetzung ist die anschließende CC-Lizenzierung des entstehenden Werkes, ggf. unter Abgeltung der bereits angefallenen Kosten.

         Marketing und Auswertung – der Weg zum Publikum
    In Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomie sind kluge Strategien und der Einsatz von finanziellen Mitteln notwendig, damit Medien den Weg zum Publikum finden. Abhängig von Form, Zielpublikum und geplanten Verbreitungsstrategien können im Rahmen eines Gesamtverbreitungskonzeptes Mittel für Marketing- und Auswertungsmaßnahmen beantragt werden. Kooperationen mit medien- und bildungspolitischen, gemeinwohlorientierten Einrichtungen (wie z.B. Bundeszentrale für politische Bildung, Grimme-Institut, Goethe-Institute, Schulkinowoche, kommunale und Programmkinos, Kinematheken), zivilgesellschaftlichen Gruppen und Akteur*innen begleiten und bewerben die Veröffentlichungen. Die Institutionen können die entstandenen Filme für ihre eigene Arbeit nutzen und verbreiten.

    „Docs for Democracy“ präsentiert sich als eine klar strukturierte und ansprechende Plattform im Netz sowie auf relevanten Social Media-Kanälen. Insbesondere Langfilme sollen bei Veröffentlichung im Kino und/ oder in einer digitalen offenen Veranstaltung mit anschließenden Gesprächs- und Diskussionsrunden präsentiert werden.

    D: Stärkung der Kinokultur durch eine flexible Verleih- und Vertriebsförderung
    Die ursprüngliche Idee der Filmförderung in der Bundesrepublik war, Filme mit starkem künstlerischen Anliegen möglich zu machen. Diese Idee hat sich ins Gegenteil verkehrt, wie etwa der langjährige Leiter der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, Lars Henrik Gass, deutlich macht. Faktisch wird heute Filmen mit künstlerischen Anliegen der Zugang zur Förderung systemisch verwehrt, weil sie die Voraussetzungen für den inzwischen ebenso geforderten wirtschaftlichen Erfolg nicht erfüllen können. Wer das Kino für den Dokumentarfilm erhalten will, muss den Mut haben auszusprechen, dass an einer gänzlich neuen Förderlogik kein Weg vorbeiführt. Die Bedeutung von Kino als eine gesellschaftlich integrierende Kulturinstitution wird dadurch wirksam, dass  hier ein Gemeinschaftserlebnis möglich und zwischenmenschliche Kommunikation befördert wird. Im Kino bewegt sich der*/die* Besucher*in in einem von Normen geprägten sozialen Raum. Das hat Auswirkung auf Meinungsbildungsprozesse und Debattenkultur. Deswegen bleibt das Kino als Ort des kulturellen Austausches unverzichtbar und soll unter nichtkommerziellen Vorzeichen gefördert werden. Dabei ist es essentiell, diesen Ort nicht in Konkurrenzverhalten mit weiteren Auswertungsformen, wie etwa Streamingdiensten oder dem Fernsehen, zu diskutieren. Es handelt sich um unterschiedliche Präsentationsformen die jeweils unterschiedliche rezipiert werden. Diese gilt es zu entdecken und zu verhandeln.

    In der flexiblen Verleih- bzw. Vertriebsförderung können sowohl Filmschaffende selbst, aber auch andere Akteur*innen (z.B. Vertriebe, Kinos, zivilgesellschaftliche Gruppen) Förderung für innovative Vertriebsideen beantragen. Neben überzeugenden digitalen Konzepten werden kuratierte Veranstaltungsreihen gefördert. Die Idee des ambulanten Kinos wird belebt, indem die Filme flexibel einsetzbar an die Orte gehen, wo sich das Publikum befindet. Filmvermittler*innen und/oder andere zivilgesellschaftlichen Akteur*innen begleiten die Präsentationen der Filme und stehen für eine inhaltliche und/oder filmästhetische Auseinandersetzung zur Verfügung. Damit eröffnen sich neue Räume demokratischer Debattenkultur und Teilhabe.

    Durch eine aktive Einbindung der Kinos, Filmschaffenden, Kulturvermittler*innen und Produktionsfirmen wird die klassische, auf Marktorientierung setzende Verwertung neu gedacht. Der Verleih funktioniert dabei wie eine kulturelle Agentur, um den Film zu bewerben, ähnlich der Bewerbung eines Theaterstückes. Den Film bekommt das Kino/die Kinemathek umsonst, dafür kann es/sie aber die Filmschaffenden gegen ein Entgelt einladen, gegebenenfalls unterstützt durch die Vertriebsförderung. Diese Form der Förderung des Selbstverleihs kann in etwa analog zur Idee eines Lesungsfonds verstanden werden, wie es der Förderverein Buch mit einem Pilotprojekt im Jahr 2020 erfolgreich vorgemacht hat. Gewährt werden dann Zuschüsse zu einer Kino-Tour der selbstverleihenden Medienmacher*innen einschließlich der dazu nötigen Marketingmaßnahmen. Förderziel ist, neben der Transmission von Ideen, die aktive Pflege des Kinos als sozial und kulturell bedeutsamer Ort, aber auch die Sensibilisierung für unterschiedliche Formen von medialen Präsentationsformen von Film und damit einhergehenden Rezeptionspraktiken.

  • „Docs for Democracy“ funktioniert zugleich als Gütesiegel. Dieses Siegel garantiert den Zuschauer*innen ein nach demokratischen, transparenten und diversitätsfördernden Kriterien entstandenes Filmwerk, das keiner monetären Verwertungslogik unterworfen ist.

Urheberrecht

  • Richtig ist, dass im Rahmen einer kommerziellen Verwertungskette Pauschalzahlungen den Medienmacher*innen häufig zum Nachteil gereichen während Verwerter*innen profitieren. Gerade für Intermediäre (Google, Facebook etc.) gilt, dass die weitgehend kostenlose Weiterverwertung bestehender Werke einen wesentlichen Teil des Erfolgs der Geschäftsmodelle dieser Unternehmen ausmacht – und das zu Lasten der Medienmacher*innen.

    Richtig ist aber auch, dass sich die Förderlogik von Docs for Democracy von proftitorientierten Erwägungen grundlegend unterscheidet. Es sollen am Gemeinwohl orientierte Medien entstehen, die sich jeglicher Quotenlogik entziehen. Gleichzeitig kommt diesen Medien eine vom demokratischen Gemeinwesen gewünschte Public Value Funktion als meritorisches Gut zu und es ist insofern durchaus gewünscht, eine möglichst breite Rezeption dieser Medien zu erreichen. Aufgrund der CC-Lizenzierung gibt es in dieser Logik keine direkten kommerziellen Verwerter mehr, weil das Förderziel in der Transmission von gemeinwohlfördernden Ideen in die Gesellschaft und nicht im Generieren von Gewinnen besteht. Allerdings muss eine Auswertung durch Intermediäre, die mit diesen Medien die Attraktivität ihres Angebotes steigern, billigend in Kauf genommen werden.

    Abzuwägen ist, welches Argument schwerer wiegt:

    1. Das Durchsetzen eines in vielen Fällen abstrakten und – für dokumentarische Medien national wie international kaum je lukrativen – urheberrechtlichen Prinzips der gesonderten Vergütung für jede Nutzung. Dieses Prinzip kann aber eine langfristige und dauerhafte Nutzung bereits produzierter Medien erfahrungsgemäß wirkungsvoll verhindern, weil diese Medien dann hinter Bezahlschranken oder im Archiv verschwinden, während Lügen, Hass und Propaganda im Netz und anderswo frei vefügbar sind. Jüngste Vereinbarungen, etwa mit Netflix, zeigen überdies, dass die verhandelbaren Beträge für eine abrufbasierte nachträgliche Rechteabgeltung geradezu lächerlich niedrig sind.
    2. Oder das Interesse der Beitragszahler*innen, die diese Form der Medienproduktion überhaupt erst möglich machen, jederzeit auf Medien von hoher Gemeinwohlqualität zugreifen zu können, wenn deren Produktion und Buy-Out Lizensierung im Rahmen eines Konsenses der politischen Vertreter*innen der Medienmacher*innen als abgegolten gelten kann.

    Die derzeit diskutierte DSM-Richtlinie zur Harmonisierung der europäischen Urheberrechtsgesetzgebung lässt das auf Pauschalzahlungen basierende Docs for Democracy Modell jedenfalls ausdrücklich zu. In Erwägungsrichtlinie 73 heißt es dazu:

    „Auch eine Pauschalzahlung kann eine verhältnismäßige Vergütung sein… . Die Mitgliedstaaten sollten die Möglichkeit haben, unter Berücksichtigung der Besonderheiten jeder Branche Sonderfälle zu bestimmen, in denen eine Pauschalzahlung geleistet werden kann. Es sollte den Mitgliedstaaten freistehen, den Grundsatz der angemessenen und verhältnismäßigen Vergütung mit verschiedenen bestehenden oder neu eingerichteten Verfahren, die unter anderem Kollektivverhandlungen und andere Verfahren umfassen könnten, umzusetzen, sofern sie dem geltenden Unionsrecht entsprechen.“

    Das Konzept der Selbstverwaltung der Mittel im Rahmen von „Docs for Democracy“ ist ein solches neu eingerichtetes Verfahren das sicherstellt, dass die Interessen der Medienmacher*innen gewahrt bleiben!

    Im Übrigen: natürlich gibt es auch im bestehenden System vielfach Total Buy Out Verträge. Allerdings sind es hier ausschließlich die Anstaltsoligopole die die Terms of Trade festlegen und die Medienmacher*innen aufgrund ihrer Marktmacht de facto zwingen können, besonders beliebte Sendereihen für kleines Geld endlos auszuwerten.

  • Es gibt bei allen Lizensierungsformen ein Restrisiko für Protagonist*innen, dass Medienmacher*innen gegen einmal getroffene Absprachen verstossen und dadurch Persönlichkeitsrechte verletzt. Handelt eine Medienmacher*in gegen vertraglich festgelegte Absprachen mit Protagonist*innen bleibt er oder sie haftbar, egal unter welcher Lizenz er sein Werk veröffentlicht. Eine CC-Lizensierung hat insofern keinerlei Auswirkungen auf die Ahndung einer möglichen Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Die Aufgabe der Medienmacher*in besteht insofern darin, diejenige CC Lizenz für die Veröffentlichung zu wählen, die den Ansprüchen seiner Protagonist*innen am besten entspricht.

  • Grundsätzlich sind Co-Produktionen z.B. mit ausländischen Partnern möglich, so lange die deutsche Sprachfassung des Werkes, in Anlehnung an die Förderrichtlinien, CC-lizensiert wird. Fremdsprachenfassungen des dann nominell neuen Werkes können dann prinzipiell auch unter kommerziellen Lizenzen veröffentlicht werden. Und eine weitere Ausnahme gilt es zu bedenken: Klammerteile oder Footage – nicht aber das CC lizensierte Werk selbst – können auch im Docs for Democracy Modell künftig kommerziell ausgewertet werden.

    Im Übrigen würde das neuartige Produktions- und Verwertungsmodell von Docs for Democracy die bisherige Verwertungskaskade nicht vollständig ablösen, sondern lediglich partiell ergänzen. Produzenten, die auch künftig mit dem konventionellen Lizenzmodell arbeiten wollen, werden dies innerhalb des weiterbestehenden redakteursgesteuerten Beauftragungsmodell uneingeschränkt weiter tun können, denn Docs for Democracy ist als eine Ergänzung zum bestehenden ö/r Beauftragungs- und Lizenzsystem gedacht und löst es nicht ab.

  • Die Frage nach dem Einsatz von zu lizenzierendem Archivmaterial kann einstweilen nur unter Vorbehalt beantwortet werden. Ziel bei Gesprächen mit Intiututionen der öffentlichen Hand könnte sein, z.B. bei den regelmässig anstehenden Novellen der Bundesarchiv-Kostenverordnung, entsprechende Regelungen vorzusehen, um Zielen der demokratischen Daseinsvorsorge durch CC-Lizenzierungen künftig besser entsprechen zu können.

Nutzen für die Medienmacher*innen

  • Docs for Democracy schlägt ein Produktionsmodell vor, das an die Grundüberlegungen des ö/r Gedankens neu anknüpft: Vollfinanzierung der Herstellung, und, auf der Grundlage eines branchenübergreifenden Konsensus, pauschale Abgeltung der Nutzungsrechte für größtmögliche gesellschaftliche Reichweite der Produktionen. Davon werden im Effekt vor allem die kleineren Produktionsunternehmen oder einzelnen Medienmacher*innen profitieren die derzeit oft von Formatzwängen erdrückt werden, chronisch unterfinanziert sind und von den im bisherigen System oft notwendigen zusätzlichen Vermarktungsbemühungen nicht selten überfordert sind.

    Docs for Democracy geht davon aus, dass ein Großteil vor allem der kleineren Produktionsunternehmen, die aber für die gewünschte Medienvielfalt stehen, sich lieber darauf konzentrieren würde, die nächsten Projekte inhaltlich zu entwickeln und – voll finanziert – zu realisieren, anstatt sich zusätzlich zu ihrer kreativen Arbeit noch als Geldsammler und Dealer betätigen zu müssen und während der Produktion eines Projektes mit fünf weiteren zu jonglieren. Weil das aber im derzeitigen System notwendig ist, ergibt sich eine ganz klare Tendenz: die kleinen Produzent*innen verschwinden, der „Markt“ soll sich konsolidieren. Übrig blieben dann vor allem die Sendertöchter und große Produktionsunternehmen. Das geht z.B. aus dem gerade erschienenen WDR-Produzentebericht 2019 hervor. Demnach fiel die Zahl der vom WDR beauftragten Produzent*innen von 2014 bis 2019 kontinuierlich um 32 Prozent von 343 auf 232.

    Dabei soll unsere Medienordnung doch für den Wert der Perspektive des unteilbaren Individuums stehen und das auch formal deutlich machen! Das jedenfalls ist die zentrale Forderung des richtungsweisenden Lüth-Urteils des Bundesverfassungsgerichtes vom 15. Januar 1958:

    Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung ist als unmittelbarster Ausdruck der menschlichen Persönlichkeit in der Gesellschaft eines der vornehmsten Menschenrechte überhaupt (un des droits les plus précieux de l“homme nach Artikel 11 der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789). Für eine freiheitlichdemokratische Staatsordnung ist es schlechthin konstituierend, denn es ermöglicht erst die ständige geistige Auseinandersetzung, den Kampf der Meinungen, der ihr Lebenselement ist (BVerfGE 5, 85 [205]). Es ist in gewissem Sinn die Grundlage jeder  Freiheit überhaupt, „the matrix, the indispensable condition of nearly every other form of freedom“ (Cardozo).

    Derzeit ist, aus den weiter oben ausgeführten Gründen, eher das Gegenteil der Fall.

  • Nein, denn die Selbstverwaltung der Mittel im Rahmen von Docs for Democracy ist ein neu eingerichtetes Verfahren das sicherstellt, dass die Interessen der Medienmacher*innen gewahrt bleiben. Im Gegenteil wird die Implementierung des Docs for Democracy Modells auch für diejenigen Medienmacher*innen positive Effekte haben, die weiter im herkömmlichen Produktionsmodus der ö/r Anstalten agieren wollen.

    1. Es wird dadurch zu einem deutlichen absoluten Zuwachs an Mitteln für das Genre kommen. Mit 2% der Beitragsmittel beträgt der Zuwachs jährlich etwa 160 Millionen EUR
    2. Die Terms of Trade werden von den politischen Vertretungen der Medienmacher*innen konsensual festgelegt. Ob die Verhältnismässigkeit gewahrt bleibt kontrolliert die Stiftungsaufsicht desjenigen Landes, in dem die Stiftung ihren Sitz hat. Das Problem des Honorardumpings lässt sich aber auch ohne ein Modell der Selbstverwaltung der Mittel in den Griff bekommen: wenn nicht der öffentlich-rechtliche Rundfunk, sondern ein Dritter entscheidet, der keinerlei (wirtschaftliches) Interesse an möglichst geringen, nichtauskömmlichen Vergütungen hat. Mit der Vergabeentscheidung könnten die medienanstalten beauftragt werden, die kein (wirtschaftliches) Interesse an nicht angemessenen Vergütungen haben.
    3. So entsteht erstmals in der Geschichte der ö/r Medienbeauftragung in Deutschland eine echte Alternative zum Oligopol der ö/r Anstalten das diese zwingt, ihrerseits attraktive Produktionsbedingungen zu schaffen

Mehrwert für die politischen Entscheider

  • Die rasche Implementierung von „Docs for Democracy“ bietet einen unmittelbaren Mehrwert für die politischen Entscheider*innen: eine Stärkung des demokratischen Diskurses durch gesellschaftliche Vielfalt sowie Förderung des Gemeinnützigkeits- und Gemeinwohlgedankens. Die Realisierung dieses Modells ist ein kostenneutraler, dafür aber öffentlich sofort sichtbarer und gleichzeitig sehr kosteneffektiver Beitrag zur Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, um die sich die Arbeitsgruppe AUS seit Jahren bemüht.

Hintergründe: Warum der Reformvorschlag Docs for Democracy dringend nötig ist!

  • Die Medienordnung der Bundesrepublik soll für den Wert der Perspektive des unteilbaren Individuums stehen und das formal deutlich machen. Das ist die zentrale Forderung des richtungsweisenden Lüth-Urteils des Bundesverfassungsgerichtes vom 15. Januar 1958:

    Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung ist als unmittelbarster Ausdruck der menschlichen Persönlichkeit in der Gesellschaft eines der vornehmsten Menschenrechte überhaupt.

    Die digitale Transformation birgt Vorteile und Chancen. Sie bringt zugleich Risiken und Gefahren mit sich. Heute wissen wir: Insbesondere die „sozialen Medien“ wirken wie Erregungsmaschinen. Emotionale Zuspitzung, Wut und Empörung lassen die Kassen der Plattformbetreiber klingeln, steigern die Quote und atomisieren die Gesellschaft. Hingegen geraten Wahrheit, Genauigkeit, Anspruch und Differenzierung ins Hintertreffen. Das gilt ebenso für individuelle, künstlerisch verdichtete Blicke auf die Welt. Diese Dynamik hat sich in den letzten Jahren zum zentralen Problem für die Demokratie entwickelt. Sie zeigt sich als Quotenlogik als bestimmender Maßstab in allen Medien seit rund drei Jahrzehnten.

    Erschwerend kommt hinzu: Hass, Lügen, Propaganda und belangloser Boulevard sind im Netz frei verfügbar. Dagegen wird ein großer Teil der Qualitätsinhalte nach kurzer Auswertungszeit hinter Bezahlschranken versteckt oder verschwindet im Archiv. Bei privaten Angeboten ist das nachvollziehbar. Nicht aber bei öffentlich-rechtlichen Angeboten.

    Es geht jetzt darum, möglichst schnell ein wirkmächtiges Gegengewicht zu schaffen. Alle verfügbaren Kanäle müssen mit Qualitätsinhalten gefüllt werden, um medialer Desinformation, Lüge, Hetze und Propaganda wirkungsvoll begegnen zu können. Eine lebendige Demokratie braucht dokumentarische Medien höchster Qualität, größtmöglicher thematischer und formaler Vielfalt, unbedingter Glaubwürdigkeit und langfristiger Verfügbarkeit in großer Anzahl. Eine Studie der Otto Brenner Stiftung bringt es auf den Punkt (OBS 2017: S. 30): „Wer die Glaubwürdigkeit der Medien hoch einschätzt, ist umgekehrt auch mit dem Funktionieren der Demokratie hoch zufrieden. Umgekehrt gilt, wer Medien als unglaubwürdig einstuft, ist höchst unzufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie.

    „Docs for Democracy“ ist ein neues Produktions- und Verwertungsmodell, das für alle diese Herausforderungen eine kostenneutrale, pragmatische Lösung anbietet, von der wirklich alle Beteiligten etwas haben.

  • ARD und ZDF behaupten gegenüber der Politik gerne, dass das dokumentarische Genre zu den zentralen Kernkompetenzen des öffentlich-rechtlichen Systems zählt. Diesem Anspruch widersprechen die Zahlen ganz offenkundig:

    Die Gesamtausgaben der ARD für alle dokumentarischen Auftragsproduktionen, Co-Produktionen oder Lizenzankäufe zwischen 15 und 90+ Minuten betrugen 2018 gerade einmal 0,77 Prozent der kumulierten Gesamteinnahmen (57,93 Mio. von ca. 6,500 Mrd. Euro –ARD_Produzentenbericht_2018). Heruntergerechnet sind das etwa 34 Minuten neuproduziertes dokumentarisches Programm ab 15 Minuten Länge pro ARD-Sender und Tag. Beim ZDF liegt dieser Wert bei 2,13 Prozent (ZDF-Einnahmen 2018: 2.193,4 Mio.; „Beschaffungsaufwand für Auftrags- und Koproduktionen“ 2018, Bereich Dokumentationen/Reportagen: 46,6 Mio.). Eine Studie von LMC  kommt zu dem Ergebnis, dass lediglich ca.  5 Prozent der Sendeflächen bei ARD und ZDF mit dokumentarischen Programmen bespielt werden. Der lange Dokumentarfilm kommt so gut wie überhaupt nicht vor.

    Angesichts der Krise der Demokratie steht dieser niedrige Anteil im diametralen Gegensatz zum Funktionsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender (§26 MStV). Das Gegenteil sollte der Fall sein: Ein funktionierendes öffentlich-rechtlichen System müsste den Output an hochqualitativen, glaubwürdigen, vielfältigen und möglichst umfassend verfügbaren dokumentarischen Inhalten deutlich steigern. Gleichzeitig müssten diese Produktionen unter guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entstehen.

    Dokumentarist*innen sind gegenwärtig die schlechtbezahltesten Branchenteilnehmer*innen. Das widerspricht den Anforderungen an das öffentlich-rechtliche Mediensystem wie an unsere Gesellschaft insgesamt. Mit dokumentarischen Programmen kann kosteneffektiv ein überdurchschnittliches diverses Publikum erreicht werden.

    Die öffentlich-rechtlichen Anstalten finanzieren den Medienmacher*innen in der Regel weder die Herstellung voll noch vergüten sie die Verwertung angemessen. Die Folge: Wer einen gesellschaftlich breit diskutierten und mit öffentlichen Geldern (zumindest teil-) finanzierten langen Dokumentarfilm kostenlos ansehen will, wird in den öffentlich-rechtlichen Mediatheken kaum fündig werden. Auch die meisten kürzeren TV-Dokumentationen sind in der Regel nur „teilfinanzierte Auftragsproduktionen“, die nach kurzer Zeit aus den Mediatheken und damit aus dem kulturellen Gedächtnis verschwinden. Nicht zuletzt die Covid-19-Pandemie hat schmerzlich deutlich gemacht, wie unflexibel das derzeitige öffentlich-rechtliche Produktions- und Lizenzmodell ist. Es zeigt sich, wie wenig es den Bedürfnissen nach verlässlich und langfristig verfügbaren öffentlich-rechtlichen Bildungsinhalten entspricht.

    Die öffentlich-rechtlichen Anstalten bemühen sich seit Langem, tiefgreifende Reformideen zu entwickeln, bisher leider erfolglos. Wir brauchen jetzt eine Fokussierung auf Auftrag und Produktionsbedingungen als Neustart: „Docs for Democracy“!

  • Zu viel vorschnelle Einordnung, viel zu wenig Beobachtung!

    Öffentlich-rechtliche Medien haben zwei Aufgaben: Zu spiegeln, was in der Gesellschaft los ist, und es einzuordnen. Dem werden sie aber nur unzureichend gerecht. Das ist der Nährboden für die zunehmende Unzufriedenheit und für Debatten um die Beitragsfinanzierung unter den gebührenzahlenden Bürgern als potenziellem Publikum. Ein öffentlich-rechtlichen Mediensystem muss aber kompromisslos die mündigen_Bürger*innen (Jens Jessen, ZEIT 29.10.2010) wollen, ihnen etwas zumuten und abverlangen sowie ihnen ein Urteil zutrauen.

    Die Studie „Deutschland Doku Land“ des unabhängigen Medienjournalisten Fritz Wolf kam 2019 zu der Einsicht, dass weit mehr als 80 Prozent der nonfiktionalen Produktionen aus hochformatierten „Dokus“ bestehen. Diese sind danach in Form und Inhalt stark normiert, differenzieren wenig. Sie tragen laut der Studie daher oft nur wenig zum Gelingen von demokratischen Meinungsbildungsprozessen bei. Die Situation hat sich seit der Vorgängerstudie von Fritz Wolf  „Alles Doku, oder was?“ aus dem Jahr 2003 weiter verschärft.

    Beide Studien zeigen, dass die vom Bundesverfassungsgericht in verschiedensten Urteilen (zuletzt BVerfG 2018) immer wieder eingeforderte Vielfalt viel zu kurz kommt und der Funktionsauftrag nicht ausreichend erfüllt wird (AG DOK).

    Leider ist Mangelware, was Medien der Gesellschaft bieten sollten: unformatierte Dokumentarfilme, künstlerisch freie Ansätze, wirklich differenzierte Hintergrund- und Kulturberichterstattung, Literatursendungen oder ausführliche Auslandsberichte. Langzeitbeobachtungen oder angemessen finanzierte investigative Formate. Nicht zuletzt müssten Zukunftsthemen aus Wissenschaft und Forschung eine viel stärkere Rolle spielen. Sie haben aber laut der Wolf-Studie lediglich einen Anteil von nur etwa 3 Prozent an allen nonfiktionalen Produktionen. Philosophie, Religion und Geistes- und Kulturwissenschaften sind als Themen so gut wie gar nicht zu finden – obwohl die Anstalten im Medienstaatsvertrag explizit aufgefordert sind, der Kultur einen besonderen Platz einzuräumen.

    Wir brauchen jetzt einen partiellen Neustart. Eine Fokussierung auf den im Grundsatz ganz klar formulierten Funktionsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender: „Docs for Democracy“!

  • Docs for Democracy schlägt eine Direktbeauftragung der Produzenten jenseits der bestehenden Redaktionsstrukturen vor. Warum?

    Die Gatekeeper-Funktion der Redakteur*innen der Sender kann hilfreich sein und soll im weiterbestehenden Anstaltssystem nicht abgeschafft werden. Allerdings haben die technologischen Entwicklungen der letzten beiden Jahrzehnte zu neuen Handlungsoptionen und Herausforderungen geführt, für die das bisherige Redaktionssystem nicht gemacht ist. Wir plädieren daher für eine Direktbeauftragung der Medienmacher*innen im Rahmen des „Docs for Democracy“-Modells.

    Ulrich Teusch, Birk Meinhardt, Wolfgang Herles, Lutz Hachmeister und viele andere namhafte Kenner*innen des Systems haben die diversen blinden Flecken des Redaktionswesens in den letzten Jahren immer wieder sehr treffend beschrieben. Sie konstatieren die blinden Flecken von eingeübten sozialen Praktiken, unausgesprochene Prämissen darüber, was den Zuschauenden zumutbar ist, was sie vermeintlich zu sehen wünschen, welche Themen, Formen und Ästhetiken bei ihnen ankommen.

    Das Grimme-Institut weist regelmäßig nach, dass redaktionelle Eingriffe im Effekt zu Nivellierung, Mittelmaß und künstlerischer Mutlosigkeit führen. Gleichzeitig passieren in den Redaktionen immer wieder gravierende handwerkliche Fehler, zuletzt etwa die Casting-Affäre im WDR (Medienkorrespondenz, 17.01.2019). Dies blieb für die Redakteur*innen folgenlos, während die Zusammenarbeit mit der freien Autorin eingestellt wurde, obwohl die doch lediglich lieferte, was man bei ihr bestellt hatte: eine quotenträchtige Sendung (SZ 21.01.2019).

    Es gibt im herkömmlichen Redaktionssystem keine Autonomie der Medienmacher*innen. Viele gute Ideen werden aufgrund der Formatzwänge in den Redaktionen nie realisiert, andere bis zur Unkenntlichkeit nivelliert. Hinzu kommt: Wer die einschlägigen Netzwerke nicht kennt, nicht bedienen kann oder will, wer sich so etwas wie innere Unabhängigkeit und künstlerische Freiheit bewahren will, der kollidiert unweigerlich mit dem System. Oder, der wahrscheinlichere Fall, er ordnet sich eben unter.

    Die Schwächen des Redaktionssystems sind struktureller Natur. Sie behindern eine rasche Reform im Sinne einer Erweiterung der Perspektiven. Es fehlen viel zu viele Stimmen in der öffentlichen Diskussion, wie etwa auch der Intendant des DLF, Stefan Raue, kürzlich unumwunden eingeräumt hat (FAZ, 15.11.2020).

    Nur eine echte Systemerweiterung wird glaubwürdig dazu beitragen können, diese Probleme zu lösen. „Docs for Democracy“ zeigt, wie das geht!

  • In der liberalen, rechtsstaatlichen Demokratie bewirken Veränderungsimpulse von Minderheiten Fortschritte für die gesamte Gesellschaft. Peter Sloterdijk beschreibt Demokratie so: „Ein von Furcht freier wohlmeinender Streit um die Optimierung der Mittel beim Streben nach Gemeinwohl“.

    Seit Jahrzehnten kritisieren Medienmacher*innen und Medienkritiker*innen gleichermassen die destruktive Macht der Einschaltquote: Pierre Bourdieu (Soziologe); Dieter Prokop (Medienwissenschaftler); Norbert Schneider (ehemals Fernsehdirektor des SFB); Claudius Seidl (Journalist, FAZ);  Dominik Graf (Filmemacher, Deutschlandradio);  Gert Monheim (Journalist; Funkkorrespondenz); Stephan Lebert und Stefan Willeke (Journalisten; DIE ZEIT). Aber ihre kritischen Befunde haben kaum etwas an der Quotenorientierung zu ändern vermocht, wie entsprechende Gutachten zeigen (Qualität statt Quote; Qualitätsdiskussion öffentlich-rechtlicher Fernsehprogramme; Quotenorientierung ist kein Grundrecht). Die „sozialen Medien“ haben die zerstörerische Wirkung der Quoten-Logik noch verschärft. Ein neues Kriterium statt der Quote ist notwendig.

    Die öffentlich-rechtlichen Anstalten haben eigene Qualitätskriterien (ARD und ZDF) entwickelt, die sich am Funktionsauftrag des Medienstaatsvetrages (MStV § 26) orientieren. Tatsächlich sind aber z.B. die ARD-Qualitätskriterien und -Programmberichte so ungenau, dass in der bisherigen Form „keine aussagekräftigen Rückschlüsse auf Quantität und Qualität der ARD-Angebote in Bezug auf den Funktionsauftrag “ möglich sind. Das hat selbst der Chef der ARD-Gremienvorsitzenden-Konferenz (GVK), Andreas Meyer-Lauber, im Dezember 2020 eingestanden. Auch wenn anerkannt wird, dass öffentlich-rechtliche Sender in der Konkurrenz mit privaten Anbietern auf quantitative Erfolge nicht völlig verzichten können, werden die Proportionen des Angebotsspektrums seit mindestens drei Jahrzehnten in Frage gestellt. Und spätestens der Vergleich der Kostenstruktur des Programmangebotes zeigt, dass Unterhaltungsangebote um ein Vielfaches teurer sind als Bildung, Beratung, Information und Kultur. Hinzu kommen die hohen Verwaltungs- , Personal- und Rentenkosten der Anstalten.

    Mehrere aktuelle Studien kommen zum Schluss, dass selbst die geltenden Qualitätskriterien oft nicht eingehalten werden, z.B. in der Auslandsberichterstattung oder im Nachrichtenwesen. Die vom BR selbst durchfgeführt Glaubwürdigkeitsstudie konstatierte im Jahr 2016, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung der Ansicht ist, dass öffentlich-rechtlichen Medien Sachverhalte zu sehr vereinfachen und dadurch Vorurteile verbreiten. Fast die Hälfte der Befragten hielt die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen TV-Sender insgesamt für nicht unabhängig und glaubt danach an eine Einflussnahme von Regierung, Wirtschaft und Parteien.

    Ein Blick auf mit öffentlichen Geldern finanzierte kulturelle Filmförderungen zeigt, dass auch hier wasserdichte Qualitätskriterien fehlen. In der Richtlinie für die kulturelle Filmförderung des Bundes, heißt es lapidar:

    „Filme im Sinne dieser Richtlinie sind solche Filme, die für die öffentliche Vorführung in Kinos in der Bundesrepublik Deutschland bestimmt und geeignet sind, ihren Schwerpunkt im filmkünstlerischen Ausdruck und Anspruch haben und die nicht überwiegend werblichen Charakter tragen oder werblichen Zwecken dienen.“

    Auch in den Leitlinien der größten Filmförderung auf Länderebene, der Film und Medien Stiftung NRW , hier stellvertretend für die Länderförderungen genannt, heisst es zur Frage der Qualität lediglich, eine geförderte Produktion solle „zur Steigerung der kulturellen Qualität der nordrhein-westfälischen Film- und Medienproduktion bei(zu)tragen, bezogen auf die Relevanz des Stoffes in inhaltlicher, historischer, sozialer oder gesellschaftlicher Hinsicht, die erzählerische und sprachliche Form, die visuelle Gestaltung sowie die Fähigkeit der beteiligten Künstler… und … ein kulturell vielfältiges und qualitativ profiliertes Filmschaffen in Nordrhein-Westfalen (zu) ermöglichen …“

    Docs for Democracy steht für ein Alternativmodell, das sich am Gemeinwohlgedanken orientiert, für eine Demokratisierung der Produktionsmittel steht und den Herausforderungen des digitalen Zeitalters entspricht

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    Nachdenkereien:

     

     

    FAKTENCHECK

    Im kommenden Herbst sollen durch die Rundfunkkommissionen der Länder die Weichen für eine grundlegende Reform des ö/r Systems gestellt werden. Die seit 2017 bereits laufende Reformdebatte wollen wir auch mitbestimmen und mit frischen Ideen einen innovativen Beitrag zur aktuellen Reformdebatte leisten. DfD ist ein Vorschlag für eine Teilreform des ÖRR. Unserer Ansicht nach bereits präzise genug, um ernstgenommen zu werden, und offen genug, um als Vorschlag verstanden zu werden. Angelehnt an die aktuellen medienpolitischen Debatten, die wir als AG DOK Vertreter*innen seit Jahren intensiv verfolgen und in Teilen mitgestalten. Mit anderen Worten: Es geht jetzt darum, unsere Medien-Zukunft aktiv mitzugestalten. Wir sehen uns damit in einer Tradition der AG DOK, der wir uns verpflichtet fühlen.
    Wir sind den AG-DOK Mitgliedern dankbar für einige sehr bedenkenswerte und konstruktive Fragen, die wir in einer über dreistündigen Zoom-Konferenz letzten Freitag (Mitglieder) und letzten Montag (Regionalvertreter) ausführlich debattiert haben und die in unsere weiteren Überlegungen einfließen werden.
    Wir freuen uns weiterhin auf eine konstruktive Debatte sowie über konkrete Vorschläge, Anregungen und aktive Mitarbeit. 

    Da wir davon ausgehen, dass nicht jeder am Freitag bei der ausführlichen Debatte teilnehmen konnten, haben wir untenstehend noch mal unsere Antworten auf die kritischen Einwände zusammengefasst. Ausgegangen sind wir dabei vom Papier der Kritiker des Projektes (Antrag zur Verschiebung der Abstimmung). 
    Wir hoffen, mit einer Übersicht zu den für uns zentralen Punkten auch so Missverständnisse und Fehlinformationen aufzuklären, die sich in die Debatte offensichtlich eingeschlichen haben. Wir hoffen somit, der Debatte unaufgeregt und sachlich wieder die nötige Substanz und Tiefenschärfe zu verleihen, die sie verdient.

    Faktencheck zu DfD: 

    Zahlen zur Verhältnismäßigkeit der Forderung von DfD: 

    1. Beitragseinnahmen pro Jahr für alle ö/r Anstalten: 8 Mrd. EUR. zzgl. ca. 500 Mio EUR Erlöse
    2. ARD: 0,77% der Gesamteinnahmen werden für das gesamte dokumentarische Genre zwischen 15 und 90+ Minuten verausgabt
    3. ZDF 2.13% der Gesamteinnahmen werden für das dokumentarische Genre verausgabt
    4. ARD und ZDF geben zusammen also lediglich ca. 1,5% (ca. EUR 100 Mio.) ihrer kumulierten Einnahmen von ca. 8,5 Mrd. EUR für den Dok-Bereich aus
    5. Eine Studie von LMC  kommt zu dem Ergebnis, dass lediglich ca. 5 Prozent der Sendeflächen bei ARD und ZDF mit dokumentarischen Programmen bespielt werden. Der lange Dokumentarfilm kommt so gut wie überhaupt nicht mehr vor
    6. Die Anzahl an formatierten Produktionen hingegen nimmt andauernd zu (Studie Fritz Wolf/ AG DOK 2019)
    7. Trotz dieser zurückgehenden Freiheiten für die Medienmacher*innen sinkt die Zahl der vollfinanzierten Dok-Auftragsproduktionen beständig
    8. Auch die Zahl der Erstsendeminuten der ÖRR sinkt seit Jahren (https://kef-online.de/de/berichte/)

    Dokumentarist*innen sind immer noch die schlechtbezahltesten Branchenteilnehmer*innen

    Informationen zu den einzelnen CC-Lizenzen:

    Es gibt sechs verschiedene CC-Lizenzen. Alle sechs Lizenzmodelle können im Rahmen von DfD zur Anwendung kommen. Also keinesfalls nur die CC BY SA – das ist eine falsche Information, die nicht vom DfD Team stammt! Insbesondere beim kreativen Dokumentarfilm entscheidet der Produzent/ Regisseur über die Lizenzform.

    Die derzeit gängigsten sechs CC Lizenzen sind:

    CC BY NC ND – Diese Lizenz erlaubt Dritten die Weiterverbreitung des Werkes mit der Einschränkung „nur nicht kommerziell“ solange dies ohne Veränderungen und vollständig geschieht und der Urheber genannt wird. Diese Lizenz schützt Euer Werk sogar weitergehender als die klassische TV-Auftragsproduktion bei der der Sender sich oft die Verwertung an Klammerteilen und Ausschnitten sichert und sogar weiterverkaufen kann.

    CC BY ND – Diese Lizenz erlaubt Dritten die Weiterverbreitung des Werkes, kommerziell wie nicht-kommerziell, solange dies ohne Veränderungen und vollständig geschieht und der Urheber genannt wird.

    CC BY NC SA – Diese Lizenz erlaubt es Dritten, ein Werk nichtkommerziell zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen solange der Urheber des Originals genannt wird und die auf seinem Werk basierenden neuen Werke unter denselben Bedingungen veröffentlicht werden.

    CC BY NC – Diese Lizenz erlaubt Dritten, ein Werk zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen – solange der Urheber des Originals genannt wird.

    CC BY – Diese Lizenz erlaubt Dritten, ein Werk zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen, auch kommerziell, solange der Urheber des Originals genannt wird.

    CC BY SA – Diese Lizenz erlaubt es Dritten, ein Werk zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen, auch kommerziell, solange der Urheber des Originals genannt wird und die auf seinem Werk basierenden neuen Werke unter denselben Bedingungen veröffentlicht werden.

    Der CC Baukasten wird beständig erweitert bzw. reformiert.
    DfD sagt dazu, dass Adaptionen geprüft werden müssen, falls sich die bestehenden Lizenzen als zu ungenau erweisen.

    …noch ein paar Sätze zu den Bedenken hinsichtlich der Creative-Commons:

    DfD bindet das Modell der Creative Commons Lizenzierung an ein Total Buy Out, dass für 95% aller dokumentarisch Schaffenden eine finanzielle Besserstellung bedeuten wird.
    Bitte nicht Lizenzierung mit Urheberrecht verwechselnDas Urheberrecht bleibt immer bei den Urhebern. Sie können nur die Nutzungsrechte veräußern. Das ist bereits das gängige Modell. Wir verkaufen Rechte an den ÖRR, an Verleiher, an Weltvertriebe oder an Streamer. Dafür werden wir meist sehr schlecht bezahlt. An Filmfestivals verschenken wir unsere Screening Lizenzen sogar, weil uns ein Markt versprochen wird, den es so schon lange nicht mehr gibt.

    Bei dem derzeit antizipierten DfD-Modell würden wir unsere Nutzungsrechte unter der Bedingung einer CC Lizenz zu einem Preis veräußern, den wir aktuell so auf dem „freien“ Markt nicht finden werden. Wer vermutet, dass er einen Bestseller in der Tasche hat, der mehr Einnahmen als das CC-BuyOut verspricht, kann nach wie vor unter den bekannten Bedingungen produzieren.

    Die ö/r Anstalten sind, weil es der Gesetzgeber so will, ein zu annähernd 100% subventioniertes System. Die gesellschaftliche Hauptaufgabe der ö/r Anstalten besteht darin, gemeinwohlorientierte dokumentarische Medien bereitzustellen. Eine Auftragsproduktion beim ÖRR zu ergattern ist also keine wirtschaftliche Unternehmung, sondern das Beantragen von öffentlichen Geldern.

    DfD lokalisiert eine durch die Digitalisierung entstand Bedarfslücke nach dauerhaft verfügbaren dokumentarischen Medien, sorgt so für eine bisher nie dagewesene Vergütung für die Hersteller*innen und gibt dann die entstandenen Medien der Gemeinschaft, aus deren Tasche sie finanziert wurden, wieder zurück.
    DfD ist keineswegs das einzige Modell, welches ein Gemeinwohl einfordert, sondern das gehört zum eigentlichen Grundverständnis des ö/r Systems. Die nunmehr anstehenden Reformen werden sich, soviel wird in allen Gesprächen mit Stakeholdern deutlich, immer stärker an dem Konzept des Gemeinwohls orientieren.
    Das DfD-Model wird so zu einer Win-Win Situation für alle Beteiligten und erfüllt so auch einen alte AG-DOK Forderung nach fairer Vergütung für unserer dokumentarischen Arbeiten.

    Kritik und Fakten

    Über die AG-DOK Postlist und den bisherigen Debatten wurden von den DfD-Kritikern verschiedene Argumente genannt, die wir nachfolgend einem kritischen Faktencheck unterziehen möchten:

    Behauptung 1: Kurzfristigkeit des Antrages
    „Ich finde es zutiefst unseriös einen Antrag von solcher Tragweite und spalterischer Sprengkraft für unseren Verband so kurzfristig und im Hauruckverfahren im Rahmen einer Online-Mitgliederversammlung mitten an einem ganz normalen Arbeitstag durchzupeitschen.“

    Antwort 1:
    Die Grundidee von DfD ist der Mitgliedschaft und dem jetzigen Vorstand schon seit Dezember 2019 bekannt. Es gab wiederholt Debatten dazu auf der Postliste und im Vorstand. Die DfD Webseite ist vorstandsintern seit gut 3 Monaten bekannt. Alle diese Beiträge hier wurden bereits über die Postliste gepostet:

    https://netzpolitik.org/2021/neues-aus-dem-fernsehrat-75-sandra-trostel-will-mit-frei-lizenzierten-dokumentarfilmen-gesellschaft-mitgestalten/
    https://www.planet-interview.de/personen/thorolf-lipp/
    https://www.medienpolitik.net/2020/12/der-oeffentlich-rechtliche-grundgedanke-ist-ein-entwicklungsprojekt/

    Mehrere der Personen, die das Thema nun vertagen wollen, wurden schon vor Monaten persönlich informiert und um konstruktive Kritik gebeten, darunter alle Vorstandsmitglieder sowie auch einige derjenigen, die sich jetzt über die Postliste ablehnend zu Wort gemeldet haben.

    ———————————————

    Behauptung 2: Auch andere Genres wollen an an den Geldern partizipieren
    „Mit denselben richtigen Argumenten wie die AG DOK (Unterfinanzierung, Verflachung der Inhalte) könnten auch Spielfilmer, die Game-Industrie und andere Medienschaffende einen Anteil aus den Rundfunkgebühren fordern, der ihrer Sparte zugutekäme.“
    Der Ansatz für DOCS FOR DEMOCRACY ist so umfassend wie umwälzend, dass sich mir sofort die Frage stellt: Warum sollte so ein Modell ausschließlich für den Dokumentarfilm gelten?“

    Antwort 2: 
    Die Idee eines Medieninnovationsfonds vor allem für nonfiktionale Inhalte (!) ist nicht originär unsere Idee, sondern findet sich im Medien- und Kommunikationsbericht der Bundesregierung 2018 (S. 56-57). Förderung innovativer journalistischer Inhalte aus Mitteln des Rundfunkbeitrages ist anderswo längst Fakt, z.B. im Lokaljournalismus – übrigens auf der gleichen rechtlichen Grundlage, auf der auch DfD aufbaut. Außerdem bietet DfD allen anderen Genres an, die Überlegungen zu den dafür nötigen rechtlichen Rahmenbedingungen zu teilen und in die Idee eines dann ggf. auch gemeinsamen Medieninnovationsfonds zu überführen (siehe Webseite – Was ist Docs for Democracy).

    ————————————–

    Behauptung 3: Junktim Geld und Demokratie:
    „DFD verspricht viel Geld, aber daraus resultiert noch lange nicht mehr Demokratie.“

    Antwort 3:
    DfD verspricht gar nichts, sondern macht einen Vorschlag. Außerdem macht DfD keinerlei Junktim zwischen Geld und Demokratie auf. Wir schlagen für dieses Projekt schlicht andere Entscheidungswege als die im klassischen Redaktionssystem vor. Dazu zählen rotierende, divers besetzte Jurys und ein Losverfahren NACH vorhergehender Prüfung des beantragten Projekts. Das ist definitiv ein anderes Modell als das bisherige Redaktionssystem! Im Übrigen: Der Vorwurf der undemokratischen Intransparenz begleitet die ö/r Anstalten schon seit Jahrzehnten. Politische Infiltrierung konnte nur durch eine mühsame Normenkontrollklage auf ein wenigstens halbwegs erträgliches Maß zurückgestutzt werden. Ein partieller Neustart, wie ihn DfD vorschlägt, erscheint hier vielversprechender als der Versuch, in Jahrzehnten gewachsene, vielfach intransparente und undemokratische Strukturen reformieren zu wollen.

    Die Überlegung, die uns hier leitet, ist: was müsste man tun, wenn man jetzt ein ö/r Mediensystem neu erfinden wollte, ohne den alten Gründungsgedanken des ö/r Systems aus dem Blick zu verlieren? 

    Erinnern wir uns: dieser Gründungsgedanke war getragen von den Erfahrungen einer 12jährigen faschistischen Diktatur und dem Aufbau einer neuen demokratischen Gesellschaft. Der Gedanke des Gemeinwohls war hier ein Grundpfeiler des Systems.

    ————————————–

    Behauptung 4: Honigtopf DfD -160 Mio. EUR:
    „Im Übrigen halte ich es für vollkommen illusorisch, dass uns der von DFD populistisch verlockend vor die Nase gehaltene Honigtopf tatsächlich jemals mit 160 Millionen Euro gefüllt werden würde.“

    Antwort 4:
    Grundsätzlich: Man kann keine Medienpolitik machen, ohne ab und zu so etwas wie Venture Kapital einzusetzen. Es geht darum, einen wirklich innovativen und unterscheidbaren Vorschlag in eine laufende Debatte zu werfen, der Anknüpfungspunkte zu aktuellen medienpolitischen Positionen bietet. Um nichts anderes geht es hier. Diese Vorgehensweise hat eine gute Tradition in der AG DOK.

    Die AG DOK hat im Jahr 2012 gefordert, ganze 10% der Haushaltsabgabe für freie Internetprojekte freizugeben (jährlich 800 Millionen Euro!). Das war eine Position die 2012 niemanden dazu verleitet hat, das Ende der Welt auszurufen. Da erscheint unsere heutige Forderung, für den nonfiktionalen Bereich 2% auszuklammern, vergleichsweise bescheiden. Der medienpolitische Sprecher der GRÜNEN im Bayerischen Landtag hat uns in Vorabgesprächen übrigens die Frage gestellt, ob der Betrag von 160 Mio. EUR angesichts von 8 Mrd. EUR Beitragsgeldern nicht eher zu gering ist.

    —————————————

    Behauptung 5: Die Sender kürzen ihre eigenen Produktionen
    „Ich halte es schon für naiv zu glauben, eine Solche Summe würde überhaupt und exklusiv für den Dokumentarfilm locker gemacht werden, aber geradezu absurd ist der Gedanke, dass dieser Betrag nicht ganz oder teilweise an anderer Stelle gekürzt wird. Die Sender würden ihre Budgets mit Verweis auf DFD und den abgezweigten Anteil der Haushaltsabgabe vermutlich komplett eindampfen und auch ihre Beteiligungen an der Filmförderung würden – zumindest was den Dokumentarfilm angeht – würden mit Verweis auf DFD ganz oder teilweise eingekürzt werden.“

    Antwort 5:
    DfD steht NICHT nur für den (langen) DOKUMENATRFILM. Sondern für das gesamte dokumentarische Genre einschließlich Web-Projekten und der im derzeitigen System sträflich vernachlässigten Bildungsmedien.

    Es ist ein erklärtes Ziel der Medienpolitik, eine Priorisierung von Information, Bildung und Beratung zu erreichen. Würde DfD tatsächlich Realität und wollten die Sender einen Teil ihrer eigenen Produktionen einsparen, dann müssten sie für DfD-Programm offene Sende-Fenster einrichten, um ihrem Auftrag nachzukommen.
    Das werden sie aber aller Voraussicht nach nicht tun, denn das würde ihre Programmfarben und eingeführten Marken zerstören und widerspräche ihrem eigentlich Auftrag gemäß dem Staatsvertrag.

    Das bedeutet auch, dass sie aus ihrer Verantwortung zu Bildung, Information und Beratung keinesfalls entlassen sind und unvermindert weiterproduzieren müssen, wenn sie sich nicht gänzlich überflüssig machen wollen. Siehe dazu das Rechtsgutachten von Prof. Dr. Hubertus Gersdorf.

    ————————————–

    Behauptung 6: Auswertung im Netz
    „Die versprochene, in jeder Hinsicht unbegrenzte Verfügbarkeit dieser Filme im Netz ist eine Währung, die auf dem Markt der Reichweite, die es gerade für unsere Filme benötigt, keinerlei Substanz hat.“
    „Die existierende, sicher an vielen Stellen für uns unbefriedigende, aber immerhin vielfältige Struktur an kleinen und großen Auswertungspartnern mit unterschiedlichen Herausbringungspartnern würde verprellt, zum Teil auch zerstört werden.“
    Angeblich behauptet DfD außerdem: „Im modernen Netz ist CC die einzig sinnvolle Lizenzierungsform, denn einen Vertrieb braucht es gar nicht, Online ist verfügbar genug.“

    Antwort 6:
    Richtig ist doch folgendes: Dier ö/r Sender betreiben seit langem dutzendfach eigene YouTube Kanäle und werten dort Eure Produktionen aus, ohne dass es eine angemessene Vergütung dafür gäbe.

    Das ö/r Jugendprogramm FUNK ist vor einigen Jahren tatsächlich mit einer Online-Only Auswertungsstrategie ziemlich erfolgreich gestartet ist (zuerst ausschließlich auf YouTube).  Wir skizzieren in unserem Konzept verschiedene Strategien für innovative Auswertungsformen – auch im Netz, das stimmt natürlich – unter neuen, nichtkommerziellen Vorzeichen. Auswertungspartner spielen dabei selbstverständlich auch künftig eine essentielle Rolle. Sie werden aber teilweise ihr kommerzielles Selbstverständnis und ihre Strategien ändern müssen. Kay Gollhardt (filmsortiment.de) hat das problemlos verstanden.

    Wir haben den Eindruck, dass derzeit die Beziehung zwischen Produzent/ Regisseur auf der einen und den Verleihern auf der anderen Seite oft sehr unbefriedigend ist. Für viel zu viele Kino-Filme gibt es viel zu wenig Vertriebsmittel. Andererseits machen Selbstverleiher bzw. -Auswerter oft vor, wie es mit klugen Strategien und viel Einsatz auch besser gehen könnte.
    Diesen Einsatz will DfD im Rahmen von eigenen Förderschienen besser bezahlen, optimieren und aktiv unterstützen.

    Natürlich sind in Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomie kluge Strategien und der Einsatz von erheblichen finanziellen Mitteln notwendig, damit Medien den Weg zum Publikum finden. Abhängig von Form, Zielpublikum und geplanten Verbreitungsstrategien können im Rahmen eines Gesamtverbreitungskonzeptes Mittel für Marketing- und Auswertungsmaßnahmen beantragt werden.

    Kooperationen mit medien- und bildungspolitischen, gemeinwohlorientierten Einrichtungen (wie z.B. Bundeszentrale für politische Bildung, Grimme-Institut, Goethe-Institute, Schulkinowoche, Kommunale und Programmkinos, Kinematheken), zivilgesellschaftlichen Gruppen und Akteur*innen begleiten und bewerben die Veröffentlichungen. Die Institutionen können die entstandenen Filme für ihre eigene Arbeit nutzen und verbreiten.

    ————————————– 

    Behauptung 7: DfD gefährdet die Phalanx der Urheber
    „DOCS FOR DEMOCRACY würde die bestehenden Finanzierungsgrundlagen und Auswertungsmodelle unserer Branche zerstören und die AG DOK in nahezu sämtlichen film- und branchenpolitischen Debatten und Verhandlungen komplett isolieren.“

    Antwort 7:
    Zunächst muss man festhalten, dass es wesentliche Unterschiede zwischen Urhebern gibt. Es gibt diejenigen, deren Werke weitgehend selbstfinanziert entstehen, dann aber im Netz kommerziell von anderen genutzt und weiterberbreitet werden. Oft sind Musiker, Fotografen, Grafiker etc. betroffen. Matthias Hornschuh, geschätzter Kollege und Urheberrechtsaktivist schreibt dazu:

    „Das Gros der Urheber ist neben Lizenzvergütungen für die Einräumung von Nutzungsrechten existenziell auf Nutzungsvergütungen angewiesen, weil die Werkschöpfung in der Regel unvergütet stattfindet.
    (Matthias Hornschuh)

    Das neue Urhebergesetz will – absolut zu Recht – diese Kreativen künftig besser schützen und den de facto existierenden Value Gap ausgleichen bzw. korrigieren.
    In der ö/r Filmproduktion ist es allerdings, anders als bei Musikern, Fotografen etc., NICHT so, dass eine Wertschöpfung völlig unvergütet stattfindet. Das ist bereits eine grundsätzlich andere Ausgangslage als in anderen kreativen Branchen.
    Nun ist ein Argument der DfD-Kritiker, Buy-Out Verträge für die Abgeltung von CC-Lizenzen würden gegen das Urhebergesetz verstoßen. Das stimmt nicht!
    Die DSM-Richtlinie zur Harmonisierung der europäischen Urheberrechtsgesetzgebung lässt das auf Pauschalzahlungen basierende DfD Vergütungsmodell in der Erwägungsrichtlinie 73 ausdrücklich zu.
    Tatsächlich ist aber die – begründete – Befürchtung vieler Urhebervertreter*innen, dass insbesondere die ö/r Anstalten sich diese Regelung zunutze machen werden und es dann keine wirklich angemessene Vergütung für Urheber*innen gibt.
    Und folgerichtig sind es derzeit u.a. auch die ö/r Anstalten die die Produzent*innen vermehrt darauf drängen, ihnen CC-Lizenzen einzuräumen – eben mit Verweis auf die im Urhebergesetz verankerte Möglichkeit zum Buy-Out.

    DfD sieht das sehr kritisch! Wir sind der Überzeugung, dass es nicht im Sinne der Urheber ist, von einem Oligopol mit bestimmender Marktmacht ohne alternative Auftraggeber zur Herausgabe von CC-Lizenzen quasi genötigt zu werden. Gleichzeitig glauben wir, dass es im Sinne der Idee „Öffentliches Geld – Öffentliches Gut“ dringend notwendig ist, für eine möglichst freie Verbreitung von Qualitätsinhalten zu streiten.

    Also kann die Lösung nur darin bestehen, dafür zu kämpfen, dass es wirklich faire Vergütungen für (die ja sehr unterschiedlich auszuwertenden) CC-Lizenzen gibt. Und hier zitieren wir wiederum Matthias Hornschuh:

    „Das mächtigste Instrument gegen Overblocking (#Uploadfilter!) ist bereits die möglichst umfassende Lizenzierung an sich“ 

    Darum geht es! Um das zu erreichen, müssen Produktionen deutlich teurer werden, nämlich etwa um den Faktor 50% bis 70%.

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    Behauptung 8: Die AG DOK wird zum dummen August von Alphabet & Co.
    „Dass das Netz inzwischen längst durchkommerzialisiert ist und dass es dabei noch gewaltigere Meinungsindustrien hervorgebracht hat, als es bei den klassischen Medien es jeh der Fall war, wird nicht einmal problematisiert, höchstens ohne Schlussfolgerungen beklagt. Und diesem Mantra Wissensagora, das Alphabet als Türöffner dient, folgen auch unsere DfD Vordenker*innen. Wie in der Diskussion am Montagabend, achselzuckend mit „ist halt so“ hingenommen, „wir können es eh nicht mehr ändern“.

    Antwort 8: 
    DfD thematisiert ja genau dieses Problem. Wir glauben, dass man das Netz mit Qualitätsinhalten geradezu fluten muss, damit sich der Umstand: „The Truth is Paywalled But The Lies Free“ nicht noch weiter verschärft. DfD fordert stattdessen eine Digitalsteuer, die zu Teilen in den DfD Fonds zurückfließen soll.

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    Behauptung 9: Film-Kolchose
    „Es soll eine Art Film-Kolchose entstehen, deren Gesellschaftsstruktur im Augenblick eine GmbH ist, richtig? …  Bezeichnenderweise ist unklar, was DFD eigentlich ist: ein Projekt der AG DOK – weil die AG DOK die Ausarbeitung dieses Konzepts zum Teil unterstützt hat? Eine unternehmerische Pioniertat der DFD-Initiatoren? Wer soll hier federführend sein?“

    Antwort 9: 
    Weder von einer „Film-Kolchose“ und schon gar nicht von einer „GmbH“ ist bei DfD die Rede. Entstehen soll eine Körperschaft öffentlichen Rechtes. Eine Stiftung oder eine eigene Vergabe-Abteilung innerhalb der bundesweit agierenden Dachorganisation „die medienanstalten“.

    DfD soll dabei institutionell rein gar nichts mit der AG DOK zu tun haben. Warum auch?
    DfD ist quasi eines der „Werkzeuge“, die eine solche Konstruktion gestalten möchte; im Interesse des Gemeinwohls und uns, den Mitgliedern der AG-DOK.

    ————————————–

    Behauptung 10: Partnerschaften
    „Thorolf verwies auf die vielen Partnerschaften, die er schon geknüpft habe, auf die Unterstützung aus der Politik, auf die er sich verlassen kann – vor allem argumentierte er, dass der Gemeinschaft der Dokumentarfilmer und Produzenten die Zeit davonliefe. Schon im Herbst würden die Weichen neu gestellt und wer dann zu spät komme, habe das Nachsehen. Entschuldigt meine Ignoranz: Was wird da entschieden, warum ist es so dringlich und wichtig, in den nächsten Wochen zu handeln?“ 

    Antwort 10:
    Fakt ist: bestimmte Themen werden in der Medienpolitik längst diskutiert. Darunter die Zielvorstellung Gemeinwohl, eine Priorisierung von Information, Bildung und Beratung oder auch die Idee eines Medieninnovationsfonds zur Direktbeauftragung von Produzent*innen.
    DfD will einen Denkanstoß in Richtung der Politik geben, die im Herbst 2021 über Änderungen der Rundfunkstaatsverträge eine neue Ära des ÖRR in Deutschland einleiten will, nachdem man sich seit 2017 ergebnislos mit Reformplänen befasst hat.

    Vergessen wir dabei bitte nicht: am 26. September 2021 steht eine Bundestagswahl an, die nach dem Rückzug von Frau Merkel eindeutig zu einer Veränderung führen wird.

  • Kritik an den ö/r Anstalten und Reformvorschläge:

    07.07.2021: Offener Brief der Regisseure kritisiert Mutlosigkeit der ARD
    https://www.sueddeutsche.de/medien/bundesverband-regie-offener-brief-ard-1.5345340

    25.03.2021: Die CDU im Sächsischen Landtag verlangt mehr Präsenz Ostdeutschlands im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das betreffe sowohl Standorte von Gemeinschaftseinrichtungen der Sender als auch den Programmanteil sowie Führungskräfte aus dem Osten für die gesamte ARD, erklärte CDU-Medienpolitiker Andreas Nowak. Man brauche eine „angemessene Abbildung des Ostens“ in der ARD“. Nowak hatte wiederholt gefordert, dass zum Beispiel die „Tagesschau“ künftig aus Leipzig gesendet wird. …. Nowak will weitere Reformen: „Neben einer Überarbeitung des Auftrags steht für uns die Begrenzung der linear verbreiteten Angebote, eine am öffentlichen Dienst orientierte Vergütung, die Stärkung von Information, Bildung und Dokumentation auch in der Hauptsendezeit sowie eine einheitliche Mediathek aller öffentlich-rechtlichen Sender, also auch unter Einschluss des ZDF und des DLF, im Mittelpunkt.“ Zudem brauche man ein „staats- und anstaltsfernes Qualitäts- und Auftragsmonitoring“ nach dem Vorbild der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF).
    https://www.sueddeutsche.de/politik/landtag-dresden-cdu-will-mehr-osten-im-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-210325-99-963961

REFORMVORSCHLAG UNTERSCHREIBEN

Docs for Democracy

91 Unterschriften

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PARTNER / UNTERSTÜTZER / FÖRDERER

UNTERSCHRIFTENLISTE

91 Andre Zilius
90 Rene Bartel Transportarbeiter
89 Johanna Legende Journalistin
88 Andre Boitard Künstler
87 Uwe Jungnickel
86 Markus Konstantin Beyer Bürger
85 Tobias Linhart
84 Ulf Wrede Künstler / Videoeditor
83 Maximilian Feldmann Regisseur und Autor
82 Juliane Henrich
81 Robert Kuchenbuch Schauspieler
80 Karin Kleibel Presseagentin
79 Alexander Kleiber Producer
78 Frederik Thomsen Filmtongestalter
77 Friedhelm Pörner Schnitt
76 Jan Liedtke Autor
75 Thorsten Merten Deutschland
74 Rainer Heesch
73 Johannes Eckstein Wissenschaftler
72 Sabine Michel Autorin und Regisseurin, Grimmepreisträgerin und Mitglied der Deutschen Filmakademie e.V.
71 Sandra C. Maschke Kuratorium junger deutsche Film
70 Jörg Hauschild Editor BFS
69 Steffen Bartneck
68 Oliver Gärtner Arzt
67 Lennart Paul
66 Uwe Haas Selbstständig
65 Niclas Middleton Kameramann
64 Romy Steyer Regisseurin/ Editorin
63 Timothy Grossman GF Babylon
62 Martin Blankemeyer Münchner Filmwerkstatt e.V.
61 Sebastian Kaiser Dramaturg
60 Christian Pfeil DOP
59 Gertrud Schulte Westenberg Filmemacherin, Qualitätsmanagementberaterin
58 Falko Seidel
57 Timo Jacobs
56 Eva-Maria Langer
55 Joost Renders Mein
54 Kay Ruhe Fotograf
53 Falk Strehlow Autor
52 Wolfgang Engler
51 Rumen Milkow
50 Niklas Goslar AG DOK
49 Marco Dieteich Rettungsdienst
48 Andreas Lang BBK
47 sercan saglam
46 Marc Schmidt
45 Edward Bronislawa None
44 Daniel Kötter
43 Moreen Vogel Bildhauerin
42 Brigitte Märtirer Keine
41 Benedikt Kuby
40 Sabine Bredy
39 Florian Giefer
38 Andreas Wilcke
37 Artem Funk Mitglied der AG Dok
36 Tim van Beveren DJV, AG-DOK,
35 Ede Müller Dokumentarfilmemacher, Zabrisky Film
34 pepe danquart keine
33 Stephan Ottenbruch Deutsche Akademie für Fernsehen
32 Tobias Berghaus
31 Thomas Meffert AG-Dok
30 helge cramer ag dok
29 Frank Müller AG DOK
28 Lukas Roegler DJV
27 Laura-Johanne Zimmermann
26 Claudia Savelsberg Kulturmanagerin/freie Journalistin
25 Johannes Westphal AG DOK Mitglied
24 Susanne Dzeik AG DOK
23 Sibylle Kappes BVR / AG DOK
22 Eva Neidlinger
21 Daniel Kunle AG DOK
20 Dietmar Post AgDok
19 Julia Schaginurowa
18 Reinaldo Pinto Almeida International Documentary Association
17 Tobias Frindt AG DOK
16 Jens Meurer AG DOK, Produzentenverband, Europäische Filmakademie, ACE
15 Valentin Thurn
14 Erik Lemke AG DOK
13 Christian Zipfel
12 Lucía Palacios Dokumentarfilmemacherin
11 Stefan Weber
10 Joerg Altekruse Youth4planet international
9 Dr. Claudia Savelsberg Literaturwissenschaftlerin/Kulturjournalistin
8 Eric Esser AG Dok
7 Oliver Eckert docfilmpool e.V. (Vorstand) / AGDOK
6 docfilmpool e.V. AG DOK
5 Irina Roerig, Der Blaue Vogel Berlin Film Ag DOK, Pro Quote Film
4 Gert Monheim Netzwerk Recherche e.V.
3 Kay Gollhardt AG DOK, IPAU e.V., Bündnis für Bildung
2 Stefan Neudeck AGDOK BVFK
1 Thorolf Lipp AG DOK
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