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6. Auswahlverfahren 

Über die Projektbewilligung in den kreativen Förderschienen wird auf der Grundlage eines neuartigen Systems entschieden: Grundsatzprüfung, Jurybewertung und Losverfahren.

Unser Verfahren stellt einen Vorschlag dar. Wir glauben, dass es in wesentlichen Teilen neue Akzente setzen kann, weil es Nepotismus verhindert, vielschichtige Perspektiven fördert und inhaltlich-künstlerischen Mut wertschätzt. Wir sehen unser Modell als Diskussionsgrundlage.

Neben Ausschreibungen zu Themenschwerpunkten besteht jederzeit die Möglichkeit, eigene Themen zur Förderung vorzuschlagen.

Das Auswahlverfahren umfasst verschiedene Schritte: 

1. Grundsatzprüfung durch das Kuratorium
Projekte können fortlaufend eingereicht werden. Es wird nach Möglichkeit im monatlichen Turnus entschieden. Alle zur Förderung eingegangenen Projekte werden vorab vom Kuratorium auf Machbarkeit, die Zielsetzungen der Gemeinwohlorientierung, der Antrags- und Durchführungsvoraussetzungen, Vielfalt sowie auf die Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz überprüft. Von der Förderung grundsätzlich ausgeschlossen sind Vorhaben, die verfassungsfeindliche Inhalte enthalten. Für die Erfüllung der einzelnen Kriterien erhalten die Projekte Punkte (analog zu den etablierten Vergabekriterien z.B. bei Förderinstitutionen der EU).

2. Jury-Entscheid
Anschließend werden alle vom Kuratorium geprüften und die erforderliche Mindestpunktzahl erreichenden Projekte anonymisiert an die Jury weitergereicht und dann von dieser evaluiert. Diese Jurysitzung findet gemeinsam mit dem Kuratorium statt, nur die Jury-Mitglieder sind stimmberechtigt.

Joker
Pro Vergabesitzung hat jedes einzelne Jurymitglied mindestens einen Joker, mit dem es eine mehrheitlich ablehnende Förderentscheidung überstimmen kann.

3. Losverfahren
Anschliessend werden alle von der Jury zur Förderung vorgeschlagenen Projekte einem Losverfahren unterzogen. Diese Los-Komponente soll das Förderverfahren dauerhaft offenhalten.

Dass solche Auswahlprinzipien funktionieren und zu mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit beitragen können, zeigen verschiedene wissenschaftliche Studien (z.B. Bischler & Soetbeer 2017Osterloh 2020). Demnach verhindern sie Korruption, Vetternwirtschaft und Matthäus-Effekte (“Wer hat, dem wird erst recht gegeben”). Sie ermöglichen eine präzise Repräsentativität der zugrunde liegenden Gesamtheit. Auch Außenseiter*innen und ungewöhnliche Ideen erhalten eine Chance und es gibt keine Prinzipal-Agenten-Konflikte zwischen entscheidenden Redakteur*innen und Medienmacher*innen mehr (vorauseilender Gehorsam der Auftragnehmer*in gegenüber den Auftraggebenden). Angewandt werden solche Zufallsverfahren sehr erfolgreich heute bereits von so namhaften Organisationen wie der Volkswagenstiftung, in Österreich und skandinavischen Ländern.

4. Erneute Beantragung
Alle nicht bewilligten Projekte können, nach Beratung mit einem Mitglied des Kuratoriums, einmalig erneut eingereicht werden. Sollte das Projekt aus inhaltlichen Gründen von Kuratorium oder Jury abgelehnt worden sein, erhält der Antragsteller dazu Feedback und einmalig die Möglichkeit zur Nachbesserung. Im Falle eines negativen Losbescheids kann das Projekt einmalig und ohne weitere Jury-Prüfung erneut in den Los-Pool gegeben werden.

5. Werkprüfung und Qualitätskontrolle 
Eine abschließende Werkprüfung besteht aus Faktenchecks sowie der Vereinbarkeit der Produktionen mit Grundgesetz und Qualitätsleitlinien. Ist beides gegeben, erfolgt kein Eingriff in Inhalte oder künstlerische Machart.

6. Programmuntersuchung 
Eine kontinuierlich begleitende qualitative Programmuntersuchung durch den Stiftungsvorstand führt zu mittel- und langfristigen Evaluierungen von Förderlogik, Jury-Zusammensetzung, Finanzrahmen etc.

7. Gütesiegel Docs for Democracy 
Docs for Democracy funktioniert zugleich als Gütesiegel. Dieses Siegel garantiert den beitragszahlenden Zuschauer:innen ein von ihnen nach demokratischen, transparenten und diversitätsfördernden sowie auch finanziell nachvollziehbaren Kriterien entstandenes Medienwerk, das keiner kommerziellen Verwertungslogik unterworfen ist. Vergleichbares findet sich bei den von den Beitragszahler:innen finanzierten öffentlich-rechtlichen Programmangebot der Anstalten nicht.

REFORMVORSCHLAG UNTERSCHREIBEN

Docs for Democracy

95 Unterschriften

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UNTERSCHRIFTENLISTE

95 Nils Dünker Produzent
94 Andreas Stiglmayr Filmemacher, M.A. Entwicklung von Bildungsinstitutionen
93 Charlie Fonk Komponist und Filmmusiker
92 Michael Schönhuth Professor für Kulturanthropologie/Visuelle Anthropologie
91 Andre Zilius
90 Rene Bartel Transportarbeiter
89 Johanna Legende Journalistin
88 Andre Boitard Künstler
87 Uwe Jungnickel
86 Markus Konstantin Beyer Bürger
85 Tobias Linhart
84 Ulf Wrede Künstler / Videoeditor
83 Maximilian Feldmann Regisseur und Autor
82 Juliane Henrich
81 Robert Kuchenbuch Schauspieler
80 Karin Kleibel Presseagentin
79 Alexander Kleiber Producer
78 Frederik Thomsen Filmtongestalter
77 Friedhelm Pörner Schnitt
76 Jan Liedtke Autor
75 Thorsten Merten Deutschland
74 Rainer Heesch
73 Johannes Eckstein Wissenschaftler
72 Sabine Michel Autorin und Regisseurin, Grimmepreisträgerin und Mitglied der Deutschen Filmakademie e.V.
71 Sandra C. Maschke Kuratorium junger deutsche Film
70 Jörg Hauschild Editor BFS
69 Steffen Bartneck
68 Oliver Gärtner Arzt
67 Lennart Paul
66 Uwe Haas Selbstständig
65 Niclas Middleton Kameramann
64 Romy Steyer Regisseurin/ Editorin
63 Timothy Grossman GF Babylon
62 Martin Blankemeyer Münchner Filmwerkstatt e.V.
61 Sebastian Kaiser Dramaturg
60 Christian Pfeil DOP
59 Gertrud Schulte Westenberg Filmemacherin, Qualitätsmanagementberaterin
58 Falko Seidel
57 Timo Jacobs
56 Eva-Maria Langer
55 Joost Renders Mein
54 Kay Ruhe Fotograf
53 Falk Strehlow Autor
52 Wolfgang Engler
51 Rumen Milkow
50 Niklas Goslar AG DOK
49 Marco Dieteich Rettungsdienst
48 Andreas Lang BBK
47 sercan saglam
46 Marc Schmidt
45 Edward Bronislawa None
44 Daniel Kötter
43 Moreen Vogel Bildhauerin
42 Brigitte Märtirer Keine
41 Benedikt Kuby
40 Sabine Bredy
39 Florian Giefer
38 Andreas Wilcke
37 Artem Funk Mitglied der AG Dok
36 Tim van Beveren DJV, AG-DOK,
35 Ede Müller Dokumentarfilmemacher, Zabrisky Film
34 pepe danquart keine
33 Stephan Ottenbruch Deutsche Akademie für Fernsehen
32 Tobias Berghaus
31 Thomas Meffert AG-Dok
30 helge cramer ag dok
29 Frank Müller AG DOK
28 Lukas Roegler DJV
27 Laura-Johanne Zimmermann
26 Claudia Savelsberg Kulturmanagerin/freie Journalistin
25 Johannes Westphal AG DOK Mitglied
24 Susanne Dzeik AG DOK
23 Sibylle Kappes BVR / AG DOK
22 Eva Neidlinger
21 Daniel Kunle AG DOK
20 Dietmar Post AgDok
19 Julia Schaginurowa
18 Reinaldo Pinto Almeida International Documentary Association
17 Tobias Frindt AG DOK
16 Jens Meurer AG DOK, Produzentenverband, Europäische Filmakademie, ACE
15 Valentin Thurn
14 Erik Lemke AG DOK
13 Christian Zipfel
12 Lucía Palacios Dokumentarfilmemacherin
11 Stefan Weber
10 Joerg Altekruse Youth4planet international
9 Dr. Claudia Savelsberg Literaturwissenschaftlerin/Kulturjournalistin
8 Eric Esser AG Dok
7 Oliver Eckert docfilmpool e.V. (Vorstand) / AGDOK
6 docfilmpool e.V. AG DOK
5 Irina Roerig, Der Blaue Vogel Berlin Film Ag DOK, Pro Quote Film
4 Gert Monheim Netzwerk Recherche e.V.
3 Kay Gollhardt AG DOK, IPAU e.V., Bündnis für Bildung
2 Stefan Neudeck AGDOK BVFK
1 Thorolf Lipp AG DOK
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